Zur Zeit sind Benutzer im Chat.

Über den Home-Button gelangen Sie immer auf die Startseite zurück !
| Forum | Suchen | Mitglieder | Chat | Home

» Willkommen Gast [ login | registrieren ]


Die Burg zu Schwedt
Forum
- Historisches



 
Name Nachricht
Onkel_Uhu



Adeliger
257 Beiträge
 

Die Burg zu Schwedt, 07 Jun. 2011 16:16


Angermünder Heimatkalender 2011
Verein für Heimatkunde e.V.
Seite 61
Autor Eckard Walther
Titel 750 Jahre Familie von Greiffenberg

... dort heißt es:

1286 und 1287 sind die Brüder Johann und Gottfried als Zeugen in Angermünder Urkunden der Brandenburgischen Markgrafen genannt. Bis zum Jahre 1321 ist im nahegelegenen Günterberg eine Seitenlinie nachzuweisbar. Als Inhaber der Burg Schwedt wird 1330 Bertram von Greifenberg erwähnt.

hehe, 1330 als Jahreszahl was später Postleitzahl wurde :D Aber Spaß beiseite - ich denke wenn man etwas über die Burg Schwedt erfahren möchte, sollte man nach Bertram suchen. Der Besitzer war mir bis dato nicht bekannt !

 HomePage   Schwedter Numismatik
 
 
Beitragsbewertung:
     
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 07 Jun. 2011 17:52


Das ist, wenn ich mich nicht Irre aus der Urkundensammlung von Riedel.
Ich finde den anderen Auszug nicht. Suche weiter.
Aber nach der ersten Nennung 1138 durch Probst, kann zu diesem Zeitpunkt noch keine Burg existiert haben, sonst wäre diese sicher eher oder gleichfalls benannt worden. Eine Errichtung um 1150 erschein wahrscheinlich.
 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 09 Jun. 2011 18:57


Also eine Quelle habe ich gefunden. Dort wird von einer Burg vor 1230 ausgegangen. Die Autorenquelle wird sicher auch in dem Buch benannt, ist aber nicht auf meiner Kopie. Die anderer Vermutung der Schwedter Burg von etwa 1150 muß ich noch suchen. Blubb !

Historisches Ortslexikon für brandenburg / Teil 8 Uckermark v. Lieselotte Enders 1986


 
Beitragsbewertung:
       
Steffen


RE: Die Burg zu Schwedt, 16 Jun. 2011 11:22


Wird ja immer verworrender. Habt Ihr noch mehr Hinweise ? Wäre interessant, woher die das annehmen wollen. Letztendlich erscheint das Jahr 1330 kaum nachvollziehbar, da zu diesem Zeitpunkt sicherlich kaum noch Burgen gebaut wurden. Oder sehe ich das falsch ?
 
Beitragsbewertung:
     
Onkel_Uhu



Adeliger
257 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 16 Jun. 2011 19:04


Genau:
Der Begriff Burg bezeichnet in seiner epochenübergreifenden Bedeutung einen in sich geschlossenen, bewohnbaren Wehrbau in Frühgeschichte, Antike und Mittelalter. Eine herausragende Rolle spielte die Burg im Mittelalter, in dessen Verlauf in Europa eine bis dahin unerreichte Vielzahl von Burganlagen entstand und die Burg als Institution eng mit der Organisationsform der Grundherrschaft verbunden war. Im engeren Sinne des Wortes bezeichnet Burg demnach vor allem einen mittelalterlichen Wohn- und Wehrbau. Im Sprachgebrauch des Mittelalters änderten sich die Bezeichnungen für das, was heute als Burg bezeichnet wird, im Verlauf der Zeit immer wieder. Das althochdeutsche Wort burg bezeichnete meistens größere befestigte Siedlungen und Fliehburgen, wurde jedoch auch allgemein für die Stadt angewendet. Im 13. Jahrhundert wurden Burgen überwiegend hus („Haus“) und stein genannt. Dann verbreitete sich im 14. Jahrhundert die Bezeichnung veste (oder vestunge, „Festung“), bis im 16. Jahrhundert Burgen schließlich allgemein als schlos („Schloss“) bezeichnet wurden. Bei einigen Burgen haben sich diese älteren Bezeichnungen noch erhalten, so beispielsweise bei der Veste Coburg oder dem Schloss Chillon. Die mittelalterliche Burg verlor ihren Zweck im 14.Jahrhundert mit dem Aufkommen neuer Schusswaffen und geänderten Wohnanforderungen.

Weiteres dazu steht komplett auf Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/Burg

 HomePage   Schwedter Numismatik
 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 16 Jun. 2011 23:16


Schwarzpulver soll in Europa etwa ab 1350 zum Einsatz gekommen sein de.wikipedia.org/wiki/Schwarzpulver . Demnach wären etwa bis dahin Burgneubauten möglich. Das Pulver selbst ist schon älter.
Praktisch allerdings waren Burgneubauten zu dieser Zeit sicherlich kaum noch nötig. Selbst in unserer Region gab es ja schon mehrere Zweiraden, Vierraden, Schwedt, Landin, Stolpe . Selbst, wenn die Burg Schwedt tatsächlich später gebaut worden sein soll, so wäre sie eher gar nicht mehr gebaut worden. Es gab sogar viele Burgen als Streitobjekte, daß einige von ihnen wieder geschliffen wurden, um den Frieden zu fördern (so wie die Burg Zweiraden nach Westermann) Was gegen eine späte schwedter Burg spricht - der Oderübergang war am wichtigsten und mußte daher zu allererst gesichert werden, zumal sich auch noch die große slawische Siedlung in nächster Nähe befand.
Und wenn laut Thomae der Schutt im Schloßpark von der alten Burg herrühren sollte, dann könnte man diesen untersuchen. Allerdings ist dieser Platz, auf dem dann das Schloß errichtet wurde für die Burg nicht so günstig gewesen, wie andere mögliche Standorte. Thomae behauptet auch, daß sich dort einst der Überweg über die Oder befand, was Pfähle im Wasser bestätigen sollen. An dieser Stelle macht nach unseren heutigen Kenntnissen des Flußlaufes ein Übergang in die Neumark keinen Sinn, denn dort ging es einfach nicht aus dem Tal in östlicher Richtung hinaus. Denn der Übergang befand sich Jahrhundert lang südlich der heutigen Stadtbrücke und war eigentlich kein fester Übergang, sondern eine Querung des Odertales über die Oder in Richtung Niedersaaten per Schiff. Da macht eine Burg (nach Boer gab es eine Überlieferung bis ins 17. Jhd, daß die Burg auf dem Salzberge, nördlich des heutigen Gerberspeichers, gestanden haben soll) eher Sinn. Archäologisch nachgewiesen ist das nicht. Unmöglich nach den bekannten Burglehnstücken (heutige Lindenallee, Bahnhofstraße, Kirchen) ist das nicht. Denn das Burglehn schloß sich nicht immer direkt an das Burggemäuer an.
 
Beitragsbewertung:
       
Onkel_Uhu



Adeliger
257 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 11 Jul. 2011 18:24


Habe da etwas über unseren Ritter BERTRAM von Grieffenberg gefunden, dem auch die Schwedter Burg gehörte:

STEINHÖFEL: In diese Zeit fiel auch der Bau der Kirche (ca. 1250). Eine Inschrift an der Kirche läßt die Gründung des Ortes Steinhöfel um 1220 vermuten. Steinhöfel wurde zum ersten Mal 1375 mit 54 Hufen im Landbuch des Kaisers Karl des IV. genannt. Ebenfalls berichtet das Landbuch über einen Bertram von Greifenberg mit einem Besitz von 8 Hufen in Steinhöfel und 3 Ritterhöfen mit 10 Hufen. Durch wiederkehrende kriegerische Auseinandersetzungen in den Jahren 1393 bis 1625 wechselten die Besitzverhältnisse der herrschenden Adelsfamilien ständig.



 HomePage   Schwedter Numismatik
 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 16 Jul. 2011 15:35


Hier habe ich den Originaltext der Urkunde, die Bertram von Greiffenberg (Bertramme van Grifenberghe) erwähnt.



Quelle: Auswahl der ältesten Urkunden deutscher Sprache im Königl. Geheimen Staats- und Kabinets-Archiv zu Berlin - Ludwig Franz Hoefer - 1835

Interessant: Der Ort der Beurkundung wird mit Twenraden (Burg) bezeichnet. Während der Schwedter Chronist v. Medem den Ort in die Neumark verlegt,



glaubt Westermann die Burg Twenraden in den Kunower Bergen (Müllerbergen) nachweisen zu können. Zu lesen in den Schwedter Heimatblättern. Der Letzte historische Vermerk dieser Burg stammt von 1338, als die Herzöge Otto I. und der Pommer Barnim III. dem Markgrafen Ludwig dem Älteren versprechen, die Burg zu beseitigen, weil sie ein ständiges Streitobjekt gewesen war. Westermann glaub, die Rest am Hohlweg zwischen der Neuen Mühle (Blumenhagen) an der Welse und dem Hohlweg nach Hohenfelde gefunden zu haben und zieht als Beweismittel auch alte Flur- und Geländebezeichnungen heran.
 
Beitragsbewertung:
       
Steffen


RE: Die Burg zu Schwedt, 21 Jul. 2011 13:48


Man, wo ihr so alles rumgrabt ? Letztendlich kann man also von einer Burganlage ausgehen, die älter ist, als aus dem Jahre 1230. Eigentlich logisch, wenn die Burg erwähnt ist, muß sie ja schon stehen. Das mit 1150 würde mich noch interessieren. Noch nichts gefunden ?
 
Beitragsbewertung:
     
Onkel_Uhu



Adeliger
257 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 21 Jul. 2011 15:09




Man, wo ihr so alles rumgrabt ? ..... Noch nichts gefunden ?



Ich sag mal so, suchen kann jeder selber der Internet hat, da ist eine Menge zu finden. Jeder findet etwas, und der andere was anderes - was alle finden hilft der Gemeinschaft und das Wissen wächst. Wir wollen hier ja darüber diskutieren. Ziel ist es einen Weg zu finden, der Stadt das endlich zu belegen. Ich mein, die Oberen der Stadt wissen das Schwedt älter ist als ab 1265, nur nach der Gesetzgebung will man einen urkundlichen Beleg haben. :)


 HomePage   Schwedter Numismatik
 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 25 Aug. 2011 00:35


@Steffen Nun hab ich gesucht und nichts gefunden. Da muss ich nochmal los und mir neue Kopien machen. Ich weiss ja, wo die Quelle ist.



Geändert von Schwedtportal am 1.Sep.2011 14:00
 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 01 Sep. 2011 13:59


Hurra, ich habs gefunden. Mußte nicht noch einmal loslaufen und neue Kopien besorgen.



Das würde sogar auf eine Erbauung der Schwedter Burg vor 1150 hinweisen.
 
Beitragsbewertung:
       
Onkel_Uhu



Adeliger
257 Beiträge
 

RE: Die Burg zu Schwedt, 01 Sep. 2011 20:32


Das ist ja sehr interessant. Nun fehlt nur noch ein Dokument aus der Zeit, damit das auch mal entlich bestätigt wird :)

Werd mich dann mal mit dem Buch STOLPER STEINE näher befassen. Für Interessenten, man kann es auf der Burg Stolpe für 12 Euro erwerben.



 HomePage   Schwedter Numismatik
 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 01 Sep. 2011 21:37


Ich denke, daß dort auch Kanzows Chronik die Quelle ist. Obwohl es noch einige andere großartike Pommernchroniken gibt. Kanzow ist ja für Pommern, was Riedel für Brandenburg.
 
Beitragsbewertung:
       
Steffen


RE: Die Burg zu Schwedt, 02 Sep. 2011 23:45


Cool ! Gefunden. Also ne alte pommersche Burg. Das steht für mich nun fest. Warum schreibt man sowas nicht öffentlich und gibt da immer solche späten unvollständigen Angaben raus. Verstehe ich nicht.
 
Beitragsbewertung:
     
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 03 Sep. 2011 20:48


Weil ideologische Gründe dafür verantwortlich sind aus meiner Sicht. Wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing. Freies Denken und Interpretieren war doch im 20. Jhd unter den existierenden Gesellschaftsformen nur in bestimmte Richtungen erwünscht. Im Kaiserreich und später ging es Richtung Germanentum und danach Richtung Slawen. Die Pommern wurden hier fast ganz ignoriert, obwohl die wunderbare Chroniken und Archive haben.
Ich finde es immer zu einfach, daß sich Historiker darauf versteifen, nur nach Urkundenlage zu urteilen. Sicher sollte es nach Quellen gehen, aber andere Autoren damit grundsätzlich als unglaubwürdig und nicht fachmännisch hinzustellen, das ist auch nicht der Weisheit letzter Schluß.
Daher suche ich gerne selber nach Quellen und bilde mir mein eigenes Urteil.
 
Beitragsbewertung:
       
Steffen


RE: Die Burg zu Schwedt, 04 Sep. 2011 21:48


Deine Quellenangaben scheinen Dir Recht zu geben.
 
Beitragsbewertung:
     
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 05 Sep. 2011 17:41


Ich glaube, das wird meine nächste Ausarbeitung. Mir kamen dazu gerade einige Gedanken in den Sinn. Warum sollte die Burg dort gestanden haben, wo einst das Schloß stand ? Ist die denkbar ungünstigste Variante, wenn man die geologischen und botanischen Voraussetzungen berücksichtigt. Man mußte ja schließlich gleich 2 Übergänge (Oderübergang und Mittelbruch) sichern. Außerdem beeinträchtigte die damalige Bewaldung nördl. der Burg-, Schloßfreiheit den Blick nach Norden. Da erscheint mir die "Burg-auf -dem-Salzberg"-Theorie von Boer viel plausibler.
 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 09 Dec. 2011 12:23


Meine Recherchen zur Schwedter Burg stocken zur Zeit ein wenig. Eher ist es die Textausarbeitung, als die Quellensuche. Wird wohl leider dieses Jahr nichts mehr werden. Aber wenn mir jemand helfen kann und möchte, dann nehme ich das gerne an.
 
Beitragsbewertung:
       
SDT91



Siedler
43 Beiträge
 

RE: Die Burg zu Schwedt, 07 Aug. 2012 12:55


Wirds noch dieses Jahr was ?
 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 08 Aug. 2012 12:55


Das frag ich mich auch !
 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 03 Nov. 2013 12:46


Neue Quellen. Neue Verwirrung. In einem Beitrag fand ich nun einen Verweis auf eine hölzerne Burg in Schwedt ab 1190 mit Wassergraben. Nun ist die Verwirrung komplett. 3 Zeitangaben, 2 Plätze und einmal Stein und Holz. Wer will da noch durchsehen.
 
Beitragsbewertung:
       
SDT91



Siedler
43 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 19 Mar. 2014 18:57


Verwirrung komplett. Aber interessant. Kann man mehr erfahren ?


 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 21 Mar. 2014 19:51


Ich möchte hier eigentlich nicht vorweg greifen, bevor ich eine komplette Ausarbeitung dazu veröffentlicht habe. Es ist nicht so viel Material. Nur soviel: entweder hieß Schwedt einmal anders, oder es war die Bezeichnung einer wichtigen hiesigen Burg. Engel und Süring berichten beide im Abstand von 100 Jahren, daß Schwedt einst Landscron hieß. Wobei Süring noch etwas konkreter wird. In 2 Sätzen. ;) Er bezeichnet Schwedt als groß und aus 3 Teilen bestehend. Was auch immer er damit meint. Offensichtlich war Schwedt im Mittelalter völlig anders (größer, wichtiger), als man es bisher dachte. Dies würde sich mit der Beschreibung der Stadt aus einer Chronik von 1795 (?) von Chodowiecki decken. Diese Chronik muß ich erstmal finden. Die kennt auch keiner mehr heutzutage. Offensichtlich erfolgte die Stadtgründung um 1250. Also 15 Jahre vor der ersten Urkundlichen Erwähnung von 1265.


 
Beitragsbewertung:
       
Schwedtportal



Moderator
632 Beiträge

RE: Die Burg zu Schwedt, 29 Aug. 2014 23:06


So, Arbeit fast beendet. Für die Ungeduldigen ist eine Kurzfassung über die schwedter Burg online. Zu finden hier www.portal-schwedt.de/heimatland_um/?p=3013 . Die Langfassung gibt es demnächst hier auf Schwedtportal. Viel Spaß beim Lesen.

P.S. Die Burg Twenraden gilt inzwischen auf dem Kunower Berg bei Blumenhagen als erwiesen.

Das Genie macht seine Fehler wenn keiner hinsieht !


 
 
Beitragsbewertung:
       
Bei ForumRomanum, im Forum suchen nach Burg Schwedt
 





Informationen zum Datenschutz | ForumRomanum - Jetzt kostenlos ein eigenes Forum erstellen!