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Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online.
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Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online., 19 Jul. 2011 19:18


Ich verfaßte den Artikel zum Höhepunkt der öffentlichen Diskussion im November 2010. Da der alte Blog nicht mehr läuft und auch nicht wieder betrieben werden soll, veröffentliche ich diesen Artikel noch einmal hier. Mehrere von mir interpretierte Punkte sind inzwischen schon eingetroffen. Kann sich also jeder selber im Nachinein ein Bild machen, wie "fähig" unsere Stadtoberen sind und wie kurzsichtig unsere Stadtverordneten.

Waldbadschließung mit fadenscheinigen Argumenten

Wer sich die Vorlage zum Beschluß der Stadtverordneten zur Waldbadschließung ansieht, bekommt dort einige Informationen und Zahlen, die eine Schließung des Bades als unabwendbar unterstützen sollen. Da wären schlechte Besucherzahlen trotz angeblichen Traumwetters und anders herum, sowie weiterer Besucherrückgang durch Einwohnerschwund. Jeder, der sich eigene Gedanken macht, kann auch zu anderen Schlüssen kommen.
Allerdings sind die der Öffentlichkeit präsentierten Zahlen mit denen auch ich nun hier versuche, falsche Denkmuster zu offenbaren, fraglich. So gibt es keine offizielle Zahl des wirklichen Verlustes des Waldbades in diesem Jahr – es wird nur von einem Verlust von dauerhaft etwa 250.000 Euro künftig gesprochen. Auch weiß man nicht, welches Bad in der Schließzeit des Aquariums mit den Lohnkosten der Angestellten, die ja in dieser Zeit im Waldbad Dienst tun, belastet wird. Besucherzahlen sind überhaupt nicht vergleichbar, da das Aquarium ja zusätzlich diverse Fitness- und Wellnessbereiche besitzt und in ihm Schul-, Vereins- und Gesundheitsschwimmen inkl. Wettbewerbe durchgeführt wird, die es im Waldbad nicht oder nur rudimentär gibt. Außerdem heben sich Besucherzahlen für Großveranstaltungen wie NDW-Party im Waldbad und Karibische Nacht oder MOZ-Jubileumsparty gegenseitig auf oder müssen vernachlässigt werden. Einer blosen Schätzung nach können im Aquarium nicht einmal die Hälfte der Besucher als „normale Badegäste“ angesehen werden. Dadurch, da der Sohn einer Freundin aktiver Schwimmer ist, kenne ich aus unzähligen Wartestunden und Besuchen von Schwimmerveranstaltungen die örtlichen Begebenheiten und Bedingungen im Aquarium doch sehr genau. Ebenso die im Waldbad als Badegast.
Die notwendige Investitionssumme muß komplett außen vor gelassen werden, spielen aberin dieser Betrachtung für den laufenden Betrieb eine untergeordnete Rolle, da diese aus anderen Töpfen bestritten werden.
Unter diesen Voraussetzungen ist ein realer Nachweis weder pro noch contra Waldbad nachzuweisen, aber immerhin wird eine Tendenz sichtbar. Daher einige feste Grundwerte aus der Vorlage und der Tagespresse vorweg:

Waldbad: Öffnungszeit = Ende Mai bis Ende August, also etwa reichlich 4 Monat, was auch etwa den angegebenen etwa 106 Betriebstagen entspricht – Besucher ca. 26.000 (ohne Sauna) – Verlust ca. 250.000 Euro im Jahr

Aquarium: Öffnungszeit = ganzjährig mit 8 wöchiger Schließzeit im Juli/August, also 10 Monate – Besucher ca. 170.000 – Verlust etwa 950.000 Euro im Jahr

Grundsätzlich scheint man sich bei der Stadtverwaltung mehr mit einer angeblich fundierten Schließungskonzeption befasst zu haben, als mit den Möglichkeiten eines weiteren Betriebes. Ein Konzept über einen weiteren möglichen Betrieb mit einer verbesserten Einnahmenseite vermisse nicht nur ich komplett. 250.000 Euro Zuschuß für den Betrieb können nicht das Hauptproblem sein, denn andere Projekte mit vergleichsweise geringeren Besucherzahlen oder Image/Nutzen werden umfangreicher durch die Stadtkasse gestützt. Die genannten Investitionszahlen könnten sicher auch durch Organisation, Preisverhandlungen, Kostenverteilung auf Sponsoren, Bürgerbeteiligung, neues Betreiberkonzept (mit neuen, weiter vermietbaren Freizeitprojekten wie Zeltplatz, Minigolfanlage, Rollbahn (Blades), Kletterwand, Diskothek, Beachvolleyballanlage, Schließung des großen aber Erhalt der kleinen Becken) gesenkt werden. Aber entweder fehlt der Wille oder die Kreativität. Wahrscheinlich fehlt Beides. Als die Stadt 15 Mio Schulden hatte, konnte man sich das Waldbad leisten. Jetzt, nach dem Krankenhausverkauf und momentan fast 8 Mio Rücklagen nicht mehr ? Sicher gibt es auch Verantwortung für die Zukunft und sinkende künftige Einnahmen. Aber diese Verantwortung höhrt nicht bei einer Streichliste auf. 2 Wohnblöcke weniger im Jahr abgerissen und 3 sinnlose Kreisverkehre weniger gebaut und schon hat man Reserven erschlossen.

Aus der Vorlage: „Erstmalig wurde zu diesem Zeitpunkt (2002) gutachterlich der Sanierungsbedarf für das Waldbad festgestellt.
Gleichzeitig musste man bereits 2002 eine absteigende Tendenz der Freibadbesucherzahlen erkennen.
Haben 1998 noch 54.940 Menschen das Waldbad besucht, 1999 waren es sogar 73.611 Besucher,
reduzierte sich die Besucherzahl 2000 bereits auf 35.231 und im Jahr 2001 besuchten das Waldbad
38.607 Personen. Zudem war 1998 ein schlechter Sommer und 2001 dagegen ein guter Sommer.
Dennoch waren 2001 mehr als 16.000 Freibadbesucher weniger im Waldbad.“

Jahr Freibadbesucher
2002 35.610
2003 38.062
2004 25.430
2005 23.747
2006 33.779
2007 22.714
2008 26.489
2009 26.019
2010 25.975“

Wie von mir in der Einleitung bereits geschrieben, sind diese Zahlen nicht aussagekräftig genug

Es wird zu Beginn der Beschlussvorlage ausgiebig über den Bevölkerungsschwund als Begründung für gesunkene Besucherzahlen gemutmaßt. Die der Vorlage entnommenen Zitate und Zahlen können dies nicht belegen. Würde darin ein kausaler Zusammenhang bestehen, so hätte die Stadt im Umkehrschluß von 1999 bis 2000 die Hälfte an Einwohnern verloren haben müssen, wogegen von 2005 bis 2006 eine Besucheranstieg von ca. 10.000 Besuchern der Stadt einen Einwohnerzuwachs von etwa einem Drittel hätte bescheren müssen, um dann im Folgejahr wieder um 1 Drittel zu sinken. Aber die Einwohnerzahl nimmt kontinuierlich ab. Und zwar hauptsächlich wegen eines Sterbeüberschusses.
Daraus kann man schlussfolgern, dass es an anderen Komponenten liegen muß. Da kommen 1. der Beginn der Ferien 2. das Wetter (Lage der warmen Tage) und 3. die Angebote im Waldbad in Frage. Insofern muß sich der Betreiber schon hinterfragen, was er sich so hat einfallen lassen, um die Gäste ins Bad zu locken. Mit einer Miss-Wahl, Torwandschießen und einem Sommerkonzert ist es da nun einmal nicht getan. Die hohe Besucherzahl 1999 ist wohl eher einigen Großveranstaltungen zuzuschreiben, als einer großen Anzahl von Badegästen.

Vorlage: „Die Einschätzung im "Bäderkonzept" von 2002 über die absteigende Tendenz bei den Freibadbesuchern
sollte sich als richtig erweisen.“

Man kann auch zielgerichtet auf Tendenzen hinarbeiten, indem man notwendige Investitionen nicht tätigt. Daß Neuerungen immer gerne angenommen werden sieht man besonders im Sportbereich. Vergleichbare Sportvereine mit neuen attraktiven Sportstätten (Stadien, Sporthallen) weisen immer höhere Besucherzahlen auf, als Veranstaltungen in überarbeitungswürdigen Objekten.
Übrigens hat man auch schon beim Stadtumbau den Fehler begangen nicht richtig zu analysieren, warum Bürger fortziehen. Die Gründe sind weit vielschichtiger, als blanke Arbeitslosigkeit (z.B. Perspektivlosigkeit oder fehlendes Privateigentum an Immobilien). Da man dies nicht richtig analysiert und erkannt hat, hat man zwangsläufig auf eine tendenziell größere Bevölkerungsabnahme der Stadt hingearbeitet, als diese hätte letztendlich sein müssen.
Bei der Betreibung des Waldbades verhielt es sich ähnlich. Man bekam nicht einmal ein Volleyball-Turnier organisiert, obwohl dafür lediglich die Anzahl an Spielfeldern fehlt. Was dies bewirken kann, zeigt das alljährliche Turnier am Wolletzsee.

Vorlage: „Eine weitere Darstellung verdeutlicht den Negativtrend bei den Besucherzahlen. In der Freibadsaison
2010 waren von 106 Betriebstagen und einer täglichen Öffnungszeit von 09:00 Uhr bis 20:00 Uhr an 33
Tagen weniger als 50 Besucher im Waldbad, an 21 Tagen waren zwischen 50 und 200 Besuchern im
Waldbad und nur an 7 Tagen besuchten mehr als 800 Personen das Waldbad, obwohl der Juli 2010
ausgesprochen schönes Wetter hatte. Im Jahr 2009 waren an 9 Tagen mehr als 800 Besucher im
Waldbad. Vergleichbare Freibäder zählen an 20 bis 40 Tagen mehr als 800 Besucher und lediglich an 5
bis 10 Tagen weniger als 50 Besucher. Auch insgesamt liegen die Besucherzahlen im Waldbad weit
unter Branchenvergleich.“

Solche Vergleiche kann man zwar anstellen, sind aber weniger wert als gedacht, da der Branchenwert auch nur ein Durchschnitt ist. Es gebieten sich nur Vergleiche mit annähernd gleichem Einzugsgebiet. Da die Uckermark strukturschwach und dünn besiedelt ist, käme nur ein ähnliches Bad in der Prignitz als Vergleichsbeispiel in Frage. Denn Branchenübliche Werte werden durch höhere Zahlen in Ballungsgebieten verfälscht.
Aus meiner reichlichen Erfahrung aus stundenlangen Wartezeiten im Aquarium kann ich für diese Anlage keine besseren Zahlen bestätigen. Eher im Gegenteil.

Außerdem bringt diese reine Aussage gar nichts Substanzielles zu Tage. 1. waren in der ersten Juliwoche 2010 noch gar keine Ferien 2. fahren bekanntlich viele in den ersten 2 bis 3 Wochen in den Urlaub und 3. war der gesamte Monat August verregnet. Es ist auch bekannt, dass die Besucherzahlen nicht gleich mit den ersten warmen Sonnenstrahlen einhergehen, sondern es erst einiger warmer Sommertage bedarf, ehe die Besucherzahlen steigen. Somit wurde wieder einmal nur das benannt, was „mir“ in den Kram passt. Eine wirkliche Analyse erfolgte wissent- und willentlich nicht.


Vorlage „Die Besucherzahlen im Freizeitbad "AquariUM" sind insgesamt konstant. Im Jahr 2002 besuchten
173.109 Personen das "AquariUM", 2004 waren es 174.548 Besucher und 2009 wurden 172.882
Besucher gezählt.“

Dazu würden mich einmal die reinen Zahlen für den Badbetrieb interessieren. Und zwar diese ohne Schul-, Vereins- und Krankensport und ohne Besucher anderer Sport-, Fitness- und Beautyangebote und Sauna. Kommt man da überhaupt auf die Zahlen des Waldbades ? Ansonsten sind die Zahlen nur auf Grund von Investitionen und neuen Angeboten, was man im Waldbad ja nicht für nötig hielt, konstant. Aber auch aus einem anderen Grund, der ebenfalls für das Waldbad Geltung hat.
Der Bevölkerungsrückgang wird in den kommenden Jahren nahezu komplett von einem Sterbeüberschuß der Rentnergeneration (Statistikstelle der Stadt Schwedt) erzeugt. Abzüglich der ca. 7000 überschüssigen Rentner aus der Aufbaugeneration, ergibt sich bei einer Einwohnerzahl von 34.000 für den Rest der Einwohner ein Gefüge einer 27.000 – Einwohner-Stadt. Daher haben sich die Besucherzahlen im Aquarium halten können, weil die Klientel, die beide Bäder nutzt, nicht mehr im „großen Stil“ abnimmt.

Vorlage: „Der Bebauungsplan "Heinersdorfer Damm" in Gestalt seiner 1. Änderung, der seit 10. Mai 2006
rechtskräftig ist, sieht eine solche Nutzung vor.“

Diese Aussage ist auf einen Ausbau der Außenanlagen des Aquariums gemünzt. Was der Bebauungsplan hergibt ist dabei völlig belanglos, wenn die zulässigen Immisionswerte (Lärmpegel) im Wohngebiet nicht eingehalten werden sollten. Allein die nicht erwähnten Lärmschutzmaßnahmen bedeuten nach Angaben von Insidern eine Investitionhöhe, die eine erste Notinvestition im Waldbad übertrifft.

Vorlage: „Vorstellungen darüber, wie das Areal des Waldbades nach dessen Schließung genutzt werden kann,
sind noch nicht entwickelt.“

Typisch. Laut Vorlage überlegt man schon seit Jahren eine Waldbad-Schließung, weil man ja so weitsichtig agiert. Wo bitte sind die gewonnenen Erkenntnisse ? Wo sind ausgearbeitete Konzepte um die Einnahmeseite zu erhöhen? (Stichwort Vereinsgründung, Stiftung, Pool der großen Industriebetriebe, die immer weiche Standortbedingungen fordern für Fachpersonal) Eine Schließung sollte erst in Gedanken erfolgen, wenn ein nachträgliches Nutzungskonzept vorliegt um gegebenenfalls eine dementsprechende Pflege vorzuhalten.

Beweise, dass es anders geht, wenn man will:

Wassersportzentrum: Dort werden wieder Millionen investiert, obwohl ein hoher Nutzen für die eigene Bevölkerung zweifelhaft ist.

Freilichtbühne im Schloßpark: Obwohl Fördermittel nicht bewilligt waren, standen sofort hunderttausende Euro zur Weiterführung bereit, obwohl der Bühnenerfolg fraglich ist. (Waldbad Zuschuß 6 Euro pro Besucher, Bühne von 68 Euro pro Besucher – obwohl Besucherzahlen noch nicht existieren) Aber gerade die Uckermärkischen Bühnen werden durch den bereits erwähnten sinkenden Rentnerüberschuß von ca. 7000 künftig enorm an Zuschauerpotenzial verlieren, denn dass ist deren Klientel. Dort investiert man aber trotzdem in ein „Faß ohne Boden“ und hält überhaupt nicht viel von negativen Zahlen.

Jüdisches Bad: Investitionen von mehreren hundertausend Euro um vor der Geschichtslobby zu protzen, obwohl ein merklicher Besucherstrom fraglich ist.

Hugenottenpark: Mehr als eine halbe Million Euro sollen für die Parkumgestaltung ausgegeben werden. Positive und negative Effekte für eine Aussenwirkung heben sich auf. Es bleibt außerdem für die Schwedter der Schlosspark.

Öffentliche Toilette am Markt: Ein teures Teil. Am Brandenburgtag bereits knöcheltief voll Wasser und unbenutzbar. Jährliche Betriebskosten einer solchen Toilette könnten ein Großteil des jährlichen Waldbadzuschusses betragen (eigene Recherchen ergaben eine Spanne je nach Nutzung und Betreiberkonzept bei den Betriebskosten zwischen 15.000 und 150.000 Euro, daher haben verschiedene Städte Programme Bremen/„nette Toilette“ www.vip-bremen-nord.de/vip-projekte-3.html oder WC-Prämie in Köln www.ksta.de/html/artikel/1264186002317.shtml und zahlen Gaststättenbetreibern für deren Teilnahme monatliche Beiträge und Investitionzulagen, weil dies deutlich billiger ist )

Das Waldbad ist mehr als nur ein pures Kostenobjekt. Bei einer Schließung fehlt eine wirkliche Alternative, die das Aquarium nie bieten wird, da der Ausflugscharakter völlig fehlt. Während eine Familie zusammen ins Waldbad fährt, werden die Kinder allein ins Aquarium geschickt. Dafür kann man die Familien aber nicht verantwortlich machen. Wenn das Aquarium für einen Familienausflug geeignet wäre, dann wäre dem nicht so. Das Kassenmanagement im Aquarium ist ineffektiv und zeitaufwendig. Bricht bereits ab 10 Personen zusammen. Am Ausgang ist es mit dem Drehrad noch schlimmer. Einen Sommerbetrieb wird dies nicht verkraften. Springen vom Beckenrand ist im Aquarium verboten. Wo bitte ist der Reiz für Kinder ? Die Becken im Aquarium sind viel zu klein und werden durch zusätzliche Nutzung durch den Vereins- und Krankensport weiter eingeengt. Es besteht ein Entkleidungszwang, der in Freibädern nicht vorhanden ist und auch Nichtbader zum Kommen animiert. In der Halle herrscht bei Hochbetrieb ohrenbetäubender Lärm und ein unwirtliches Klima. Die zur Verfügung stehende Freifläche ist viel zu klein und im Wohngebiet. Lärmschutzmaßnahmen sind teuer. Desweiteren hat das Aquarium keinen Charme, ist zu teuer. Sommertarif wird verpuffen. Von den 30.000 Waldbadbesuchern werden deshalb höchstens 10.000 ins Aquarium notgedrungen wechseln, was Mehreinnahmen von etwa 50.000 Euro bedeuten würde. Da das Aquarium in der Stadt ist wird dort weniger verkonsumiert werden. Bei einem Minus des Aquariums von 950.000 Euro ist das folglich unerheblich. Ein Hallenbad im Sommer ist genauso unsinnig wie ein Freibad im Winter. Da nützt auch keine Öffnung von Dächern etwas, oder sollen sich die Badegäste durch Windzug Erkältungen und Ohrenentzündungen holen ?
Weiterhin entfallen den Verkehrsbetrieben hunderte von Busfahrten und der Sadt auch sicher die Anliegerbeiträge für Müll und Straßenreinigung oder Grundsteuer und Pacht. Die Liste könnte man noch weiterführen. Mehr Steuern werden die Stadtwerke wohl kaum abführen.

Das Waldbad erzeugt einen Verlust von ca. 60.000 Euro pro Monat, das Aquarium von 95.000 Euro pro Monat bei Berücksichtigung der Öffnungszeiten. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das Waldbad die Stadtwerke bisher sogar vor einem höheren Minus durch das Aquarium bewahrt hat. Bei der Beachtung von weiteren Folgen in der Summe lasse ich mich sogar zu der Mutmaßung hinreißen, dass ohne das Waldbad das Aquariumminus auf deutlich über 1 Mio Euro ansteigen wird. Zwar wird dies nicht das gemeinsame Minus beider Bäder von 1,2 Mio erreichen, aber es wird am Ende auch keine merkbare Einsparung erfolgen, da das Aquarium die Besucherzahlen des Waldbades definitiv nie erreichen wird. Investitionen stehen so oder so in beiden Bädern an. Ob eine anzunehmende Einsparung von letztlich etwa 100.000 Euro den Verlust einer Naherholungsstätte und verlorenes Vertrauen der Schwedter Bürger in ihren Bürgermeister mit unabsehbaren Folgen bei den nächsten Wahlen rechtfertigt ist kaum anzunehmen, denn man tritt das Engagement, die in vielen freiwilligen Arbeitsstunden von schwedter Werktätigen errichtete Erholungsstätte aufzubauen, mit Füßen. Dieses Bad (erbaut in Gemeinschaft zwischen Stadt, Industrie und Bürgern) gehört zur Stadtgeschichte und ich wiederhole abschließend einen mehrfach von mir geäußerten Spruch: Wer die Geschichte nicht kennt, kann Zukunft nicht gestalten in abgewandelter Form: Wer die Geschichte nicht ehrt, der darf die Zukunft nicht gestalten. Die nächsten Wahlen kommen mit Sicherheit.



Geändert von Schwedtportal am 19.Jul.2011 19:19
 
 
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Onkel_Uhu



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RE: Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online., 19 Jul. 2011 22:59


Puh, nun habe ich mir das angetan, die vielen Worte zu lesen und zu sortieren.
Ich kann nur sagen, ich verstehe das überhaupt nicht warum ein Waldbad, was eigentlich kostenfrei von der Laipa beheizt werden könnte (ob die Wärme nun aus dem Schornstein raucht oder über einen Register das Wasser heizt ist doch egal, oder) geschloßen werden soll. Wogegen ein Aqaurium, in dessen Wasser man friert um eventuell Kosten zu sparen, mitten im Wohngebiet besser sein soll. Schwedt hat keinen richtigen See, wo sozial Schwache mal eben so hinfahren können, man muß schon motorisiert sein um an nahe Gewässer zu gelangen. Es soll ja Busse geben die bis zum Wolletzsee fahren, nur wer kann sich an Linienzeiten halten, man hat auch Verpflichtungen, also fallen die Fahrten eben aus, weil die Zeit fehlt. Hätte man lieber das Geld genommen was für den Bau des Aquariums zur Verfügung stand, das Waldbad für 1 Jahr geschloßen - der Schwedte rhätte es verstanden - und etwas richtiges daraus gemacht. So mit Überdachungen, Sauna, Minigolf, Ballplätze, und weiß ich nicht alles. Einen Vertrag geschloßen mit der Laipa wegen der warmen Abluft zum beheizen der Becken und so weiter. Ich glaube da hätte man mehr gewonnen als diesen ganzen bürgerlichen Frust der unter den Bewohnern hörbar fließt.

Ein Kreisverkehr an der Feuerwehr wird gebaut, der wegen Wetterlage lange auf sich warten ließ. Diese ganzen sinnlosen Kosten die Schwedt auf sich nimmt. Auch hier bleibt wieder das soziale auf der Strecke.........
==> Aber hier hat sich der Boden gerächt, mit dem Fund von über 400 Skeletten hätte man fast rechnen müßen. Alte Karten belegen diesen Friedhof, wenn auch nicht ganz richtig. Aber nun kosten unsere Vorfahren GELD, genau das Geld was woanders wichtiger wäre, oder nicht ?

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RE: Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online., 19 Jul. 2011 23:22


Und dann kommt noch dazu, daß im Sportbecken die Kacheln abfallen. Eine Sanierung in Höhe von fast 500.000 Euro muß gestemmt werden.
Die Sauna im Waldbad wurde kurz vor dem Abriß für einen 6-stelligen Betrag saniert hatte. Ergibt mit dem Ausbau des Außenbereiches im Aquarium mehr als ne satte Million.
Schwedter Bäderlandschaft ein Armutszeugnis
Da hätte man das Waldbad geschickt umbauen können für.




Geändert von Schwedtportal am 17.Aug.2011 10:39
 
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RE: Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online., 17 Aug. 2011 10:37


In der Zwischenzeit werden zahlreiche Prophezeiungen zum Zwist über Waldbadabriß und erweiterten Betrieb des Aquariums zur Gewißheit. Tönte vor 2 Wochen noch Geschäftsführer Preuße über 1000 Besucher täglich im Aquarium, so widerlegt der aktuelle MOZ-Artikel diese Aussage prompt, denn es besuchten demnach 15.000 Gäste im Juli das Aquarium. Betrachtet man den Juni mit 12.000 Besuchern und vergleicht dies mit reinen 25.000 Badegästen im ehem. Waldbad (ohne Sauna) und rechnet die Gäste des Fitnessbereiches und der Sauna heraus ergibt sich das Szenario, welches viele vorhergesagt haben. Ich selber habe nie einen Hehl daraus gemacht, daß man nach meiner Ansicht nur etwa 3000 bis 5000 Besucher des Waldbades in das Aquarium umleiten würde. In meinem obigen Artikel ließ ich mich gar zu einer großzügigen Zahl von 10.000 Besuchern hinreißen. Da der halbe Monat August nun auch noch durch Revision fehlt und sich durch die Neugier der Leute auch ein anfänglicher verstärkter Besucherstrom ergeben haben dürfte, wird meine Vorhersage nahezu punktgenau bestätigt. Den Rest mag sich jeder selber denken.
Was allerdings Herrn Preuße zu seiner Aussage veranlaßte ...? Man kann es nur entweder mit völliger Weltfremdheit oder bewußter Täuschung der schwedter Bevölkerung zu tun haben. Wir alles wissen ja, je besser die Meldungen aus der Politik und Wirtschaft, um so schlechter geht es einem, wenn man hinter die Kulissen schaut.
Somit stehen Waldbadabriß, Investitionen und Jahresbilanz im Aquarium und die damit einhergehende fadenscheinige Begründung der Befürworter der Waldbadschließung nachweislich als falsch am Pranger.


Geändert von Schwedtportal am 17.Aug.2011 10:41
 
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Onkel_Uhu



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TÜV und Reinigung im Schwimmbad , 24 Aug. 2011 08:08



Schwedt (MOZ) Wofür bisher sechs Wochen Zeit war, dafür bleiben dem Aquarium seit diesem Jahr nur noch zwei Wochen: Revisionen, Reparaturen, Umbauten. Nach einem Jahr Dauerbetrieb und der ersten Sommersaison hat das Bad derzeit geschlossen.


www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/uckermark/artikel9/dg/0/1/954994/

Also ich weiß nicht. jährlich fallen Fliesen in den Becken ab - das hat man im ehemaligen Waldbad sehr selten gesehen (soweit ich mich erinnern kann) nun sollten die Reparaturen auf die Hälfte eingeschrängt werden ?
Es lebe der Pfusch und die Vollkommenheit.

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Brötchen


RE: Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online., 24 Aug. 2011 10:34


Habe mich mal mit einem Insider kurzgeschlossen, der Revisionen in solchen Bädern ausführt. Die Revision eines solchen Bades ist selbst bei großem Aufwand und ohne Reparaturen kaum unter 4 Wochen zu schaffen. Das nannte er dann Pfusch !
Wir werden sehen.
 
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BFS


 

RE: Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online., 24 Aug. 2011 22:17


Wann kommen die Herren P. und P. eigentlich den Auflagen aus Beschluss der Stadtverordnetten zur Waldbadschliessung nach?
Laut Vorlage-Nr.: 195/10,
"Gleichzeitig wird am Standort "AquariUM" ein attraktives Sommerangebot geschaffen, indem das Bad den ganzen Sommer über geöffnet bleibt.
Die Schließzeit nach Ende der Sommerferien wird auf 2 Wochen reduziert.
Weiterhin werden
- eine attraktive Außenfläche mit Liege- und Aufenthaltsmöglichkeit inklusive Beachvolleyballfeld geschaffen,
- im Sommer ein niedrigerer Schönwettertarif eingeführt und
- die Dächer des Sportbades und Spaßbades bei Sonnenschein geöffnet.
Der Bebauungsplan "Heinersdorfer Damm" in Gestalt seiner 1. Änderung, der seit 10. Mai 2006
rechtskräftig ist, sieht eine solche Nutzung vor."
sollte ein Beachvolleyballfeld entstehen.
Dieses wurde aus Kostengründen gestrichen.
Nur liegt kein Änderungsbeschluß der Stadtverordnetten vor, was nun Herr P. und P.?
 
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RE: Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online., 25 Aug. 2011 13:31


- Sommerpreis: zwar eingehalten, aber teurer als im Waldbad
- attraktives Angebot über den ganzen Sommer: weder attraktiv noch über den ganzen Sommer
- 2 Wochen Schließzeit: zumindest geplant, ob es eingehalten wird und zu welchem Preis ist fraglich
- Beachvolleyballfeld: hätte 5 bis 6 Meter hohe Schallschutzmaßnahmen nach Bundesgesetzen erfordert. Anlage aus dem Waldbad kommt nun nach Criewen ?
- Dachöffnungen: noch nichts von gehöhrt
- Bebauungsplan: läßt eben nichts sinnvolles zu (siehe gesetzlicher Lärmschutz), außerdem wurde er nachträglich geändert, als die Häuser der Anwohner schon dort standen

Und zuletzt - 15.000 Besucher, bei halbierten Sommereintrittspreisen, macht = ein steigendes Defizit.


Geändert von Schwedtportal am 25.Aug.2011 13:34
 
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Onkel_Uhu



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RE: Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online., 25 Aug. 2011 13:48


Also eine Milchmädchenrechnung. Will mich jetzt zuweit aus dem Fenster lehnen, aber wer weiß wieviel Schwarzgeld geflossen ist, damit das Waldbad wegkommt ......
Das Aquarium war ne Gute Idee am Anfang, hätte man dieses Projekt mit etwas mehr Geld auf dem Gelände des Waldbades gepfropft, hätte Schwedt jetzt ein ansehnliches Stadtbad gehabt. Aber nein, man läßt das Gelände verrotten, warum ? Heizung vom Kraftwerk Leipa, die ja täglich reichlich Wärmeenergie in die Luft ablassen. Größere Parkmöglichkeit wäre vorhanden gewesen. Es wäre sogar mit Sinnvoller Thematik Platz für eine Bühne gewesen, die Bühne Heinrichslust hat man uns ja auch genommen. Die Stadt will Kultur machen und haben und was wird gemacht ? Monplaisir verkommt, Waldbad abgerissen, Kulturhaus Artur Becker ist das Gebäude nicht mehr kostengünstig sanierungsfähig = Abriss (Frage der Zeit), Parkbühne Heinrichslust abgerissen, Kulturhaus Neue Zeit abgerissen für Einkaufszentrum, sinnlose Außenbühne am Kulturhaus gebaut. Hier werden Werte vernichtet und durch Neuinvestitionen falsch wieder aufgebaut. Man wundert sich warum keine Kultur unter den jüngeren emporsteigt, ja wird sie denn gefördert ?


Geändert von Onkel_Uhu am 25.Aug.2011 13:49

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RE: Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online., 20 Oct. 2011 11:16


Es ist eine Genuß zu erleben, wie nach und nach mein Artikel bestätigt wird Außenbecken wird gesperrt . Nur leider freuen kann ich mich darüber nicht.
 
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Brötchen


RE: Artikel zur Waldbaddebatte aus dem Blog wieder online., 01 Nov. 2011 13:10


Das war alles vorher zu sehen. Schön ist, daß es hier auf einer eigenen Seite wahrscheinlich nicht verschwinden wird. So können sich die "Täter" später nicht herausreden, sie konnten es ja nicht gewußt haben.
 
 
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